“The Trump Administration's Economic Policies and their Effects”
Am Dienstag, den 28. Oktober 2025, richtete das AmerikaHaus NRW gemeinsam mit dem NRW Chapter der AmCham Germany eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „The Trump Administration’s Economic Policies and their Effects“ aus. Prof. Dr. Michael Hüther (Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft), Payne Griffin (Senior Director bei FTI Consulting und ehemaliger stellvertretender Stabschef des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer) sowie Christin Schack (Vice President und Managing Director Central Europe bei 3M) analysierten die Ausrichtung und globalen Auswirkungen der Wirtschaftspolitik der zweiten Trump-Administration. Moderiert wurde der Abend von Nicole Bastian vom Handelsblatt.
Den analytischen Einstieg bildete eine Keynote-Rede von Prof. Dr. Hüther, in der er die zentralen Merkmale der aktuellen Wirtschaftspolitik der Trump-Administration skizzierte. Diese sei insbesondere durch protektionistische Maßnahmen wie höhere Zölle und umfangreiche innenpolitische Reformvorhaben durch die sogenannte „One Big Beautiful Bill“-Gesetzgebung geprägt. Hüther wies darauf hin, dass die US-Zölle inzwischen den höchsten Stand seit den 1940er-Jahren erreicht hätten und dies das Ende einer jahrzehntelang von offenen Märkten und niedrigen Handelsbarrieren geprägten Handelspolitik markiere. Darüber hinaus thematisierte er die steigenden Kreditrisiken der US-Regierung sowie die Frage, ob eine schrittweise Diversifizierung weg vom US-Dollar als globaler Leitwährung begonnen habe. Zwar seien erste Verschiebungen erkennbar, der Dollar dominiere jedoch weiterhin deutlich als internationale Reserve- und Transaktionswährung.
Die anschließende Podiumsdiskussion widmete sich den konkreten Auswirkungen der gegenwärtigen US-Wirtschaftspolitik. Payne Griffin argumentierte, Trumps Agenda sei weniger Ursache als vielmehr Ausdruck tieferliegender struktureller Probleme, darunter schrumpfende Verdienstmöglichkeiten und geringere Chancen auf sozialen Aufstieg. Christin Schack hob die zentrale Bedeutung von Freihandel und Innovation für international tätige Unternehmen hervor und erläuterte, dass protektionistische Maßnahmen Unternehmen dazu zwängen, ihre Preis- und Investitionsstrategien fortlaufend anzupassen. Zudem diskutierte das Panel die Widerstandsfähigkeit der politischen Institutionen in den USA. Entscheidungen des Supreme Court würden die zukünftige Handels- und Wirtschaftspolitik maßgeblich beeinflussen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem wachsenden Einfluss digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz auf politische Prozesse. Schack und Griffin betonten übereinstimmend, dass digitale Medien zunehmend öffentliche Wahrnehmungen sowie Wahlergebnisse prägten.
Zum Abschluss diskutierten die Referent:innen die wirtschaftlichen Perspektiven der USA und Europas. Während die Vereinigten Staaten weiterhin von einem starken Technologiesektor profitierten, warnte Prof. Dr. Hüther davor, dass sich Inflation als Folge der Zollpolitik in naher Zukunft deutlicher bemerkbar machen könnte. Christin Schack unterstrich die Bedeutung demokratischer Stabilität und beschrieb den weltweiten Trend nachlassender politischer Freiheiten als besorgniserregend. Payne Griffin wiederum verwies auf die Bedeutung der Einkommenssituation privater Haushalte und der Wahrnehmung der wirtschaftlichen Lage für die US-Zwischenwahlen 2026. Die Diskussion endete mit dem Appell an die europäische Politik und Wirtschaft, Innovationsfähigkeit, fiskalische Zusammenarbeit und wirtschaftliche Resilienz angesichts wachsender globaler Unsicherheiten weiter zu stärken.
Wir bedanken uns herzlich bei den Referent:innen für ihre wertvollen Beiträge sowie bei AmCham Germany für die Zusammenarbeit. Die Veranstaltung wurde von Bridgehouse Law und der Landesregierung Nordrhein-Westfalen unterstützt.
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