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“Home Is in the Heartland: A Transatlantic Dialogue on Uniting Industrial Regions”

Am 17. Juni 2025 veranstaltete das AmerikaHaus NRW gemeinsam mit Das Progressive Zentrum sowie der Volkshochschule Duisburg eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Home Is in the Heartland: A Transatlantic Dialogue on Uniting Industrial Regions“ in Duisburg. Auf dem Podium diskutierten State Senator Kent Smith aus Ohio, Anne Mervenne, Präsidentin von Mervenne & Company, Prof. Dr. Barbara Buchenau, Professorin für Nordamerikastudien an der Universität Duisburg-Essen, sowie Anna Mengede vom Talentkolleg Ruhr. Moderiert wurde die Veranstaltung von Axel Ruppert von Das Progressive Zentrum.

Ausgehend von Parallelen zwischen Duisburg und Detroit thematisierten die Panelist:innen gemeinsame Herausforderungen postindustrieller Städte, darunter Bevölkerungsrückgang, eingeschränkter Zugang zu Bildung, Armut und Perspektivmangel. Anne Mervenne, die aus Detroit stammt, sprach über die anhaltenden Probleme der Stadt – von tiefgreifenden gesellschaftlichen Spannungen seit den 1960er-Jahren bis hin zu aktuellen Herausforderungen wie unterbrochener Wasserversorgung und unzureichender Gesundheitsversorgung. Solche Bedingungen erschwerten langfristige Investitionen in die Weiterentwicklung der Stadt erheblich.

Senator Kent Smith, der den Raum Cleveland vertritt, beschrieb die Veränderungen gesellschaftlicher Einstellungen, die er seit 2001 beobachtet habe. Um langfristige Perspektiven und nachhaltige Grundlagen für kommende Generationen zu schaffen, müssten Gemeinschaften aktiv gefördert und lokale Strukturen gezielt gestärkt werden.

Prof. Dr. Barbara Buchenau stellte demgegenüber fest, dass die Phase des industriellen Niedergangs im Ruhrgebiet inzwischen weitgehend überwunden sei. Städte wie Duisburg oder Bochum schrumpften nicht länger und ehemalige Industrieanlagen würden zunehmend umgenutzt statt abgerissen. Als Beispiele nannte sie unter anderem den Landschaftspark Duisburg-Nord oder die Union Station in Denver, die heute Orte gesellschaftlicher Begegnung und regionaler Identifikation seien. Auch die Umgestaltung der Michigan Central Station in Detroit durch Ford zu einem nachhaltigen Innovationscampus zeige, dass solche Projekte insbesondere dann erfolgreich seien, wenn lokale Gemeinschaften aktiv einbezogen würden.

Anna Mengede lenkte die Diskussion auf die Bedeutung von Bildungschancen. Viele Schulen stünden weiterhin vor erheblichen Herausforderungen, während Potenziale und Talente junger Menschen häufig unentdeckt blieben. Entscheidend sei es daher, junge Menschen in ihrer konkreten Lebensrealität abzuholen und ihnen Perspektiven innerhalb ihrer Heimatregion aufzuzeigen, um bestehende Benachteiligungen langfristig zu überwinden. Prof. Dr. Buchenau ergänzte, dass der Strukturwandel im Ruhrgebiet nicht allein durch finanzielle Unterstützung traditioneller Industrien gelungen sei, sondern insbesondere durch den Ausbau von Hochschulen und Bildungseinrichtungen, die neue Möglichkeiten und gesellschaftliche Identitäten geschaffen hätten.

“Despair is convenient, hope is an act of rebellion.” (State Senator Kent Smith)

Ein zentrales Thema des Abends war die Notwendigkeit, sich von Narrativen des Niedergangs zu lösen und stattdessen politische und gesellschaftliche Perspektiven des Wachstums und der Erneuerung zu entwickeln. Senator Smith betonte, Hoffnung sei kein passiver Zustand, sondern ein bewusster gesellschaftlicher Akt. Als entscheidende Voraussetzungen für die Erneuerung industriell geprägter Regionen nannten die Panelist:innen inklusive politische Führung, Investitionen in Bildung sowie die Bewahrung kultureller und regionaler Identitäten.

Abschließend wurde deutlich, dass die Zukunft postindustrieller Regionen – sowohl im Ruhrgebiet als auch im Mittleren Westen der USA – maßgeblich davon abhänge, junge Menschen einzubinden und das Zusammengehörigkeitsgefühl vor Ort zu stärken. Gleichzeitig verdeutlichte die Veranstaltung die Bedeutung transatlantischer Dialogformate, um gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren und voneinander zu lernen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Panelist:innen für ihre wertvollen Beiträge sowie bei unseren Partnern Das Progressive Zentrum und VHS Duisburg für die Zusammenarbeit. Die Veranstaltung wurde von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen unterstützt.

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