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After the MSC: A New Hope?

Zwar musste die Münchner Sicherheitskonferenz in diesem Jahr coronabedingt verschoben werden; im Rahmen einer „MSC Special Edition“ hielt US-Präsident Joe Biden aber dennoch eine mit Spannung erwartete außenpolitische Grundsatzrede, gefolgt von Repliken der deutschen Bundeskanzlerin und des französischen Staatspräsidenten. Unter dem Titel „Transatlantic Security: A New Hope?“ kamen am Abend des 23. Februars drei transatlantische Experten zusammen, um die Reden und die künftige transatlantische Sicherheitspolitik aus verschiedenen Perspektiven zu besprechen.

 Der Leiter der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union, Hans H. Stein, zeigte sich eingangs erleichtert und optimistisch zugleich, dass mit der Wahl Joe Bidens auch der strukturierte und konstruktive Dialog zwischen Europa und den USA zurückgekehrt sei. Der ehemalige Kommandeur der US-Streitkräfte in Europa, LTG (Ret.) Ben Hodges, teilte diesen Optimismus, betonte aber gleichsam, dass es trotz des partnerschaftlichen Dialogs auch künftig zu Auseinandersetzungen kommen werde – mit Blick auf die NATO-Lastenverteilung, aber auch bzgl. des Umgangs mit Russland und China. Dem pflichtete auch Dr. Bruno Tertrais bei, stellvertretender Direktor der Fondation pour la recherche stratégique, der in diesem Zusammenhang auch auf das vielbesprochene Konzept der „strategischen Autonomie“ einging: dieses sei kein rein französisches sondern vielmehr ein europäisches, das auch nicht in Konkurrenz, sondern vielmehr in Ergänzung der NATO verstanden werden solle. Fachkundig moderiert wurde die Runde von der US-Journalistin und Senior News Anchor von DW News, Sumi Somaskanda.

Bei aller Einigkeit wurden die unterschiedlichen Perspektiven vor allem bei Finanzierungsfragen deutlich: einerseits mit Blick auf die NATO-Lastenverteilung, die Bruno Tertrais nicht mehr strikt an die „magische Zahl von 2 %“ (des Bruttoinlandsprodukts) gekoppelt sehen wollte; und auch bzgl. des Zugangs des US-Militärs zum europäischen Beschaffungsmarkts, den Ben Hodges einforderte. Eine Bereicherung der Diskussion waren auch die zahlreichen interessierten Publikumsfragen, beispielsweise zur Rolle Russlands, die Sumi Somaskanda gekonnt einband.

Die Veranstaltung fand statt in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, dem Büro für Hochschulkooperation der Französischen Botschaft in Deutschland und dem CASSIS der Universität Bonn. Wir danken allen Partnern!

Das Video zur Veranstaltung können Sie sich auf YouTube ansehen: Transatlantic Security: A New Hope? - YouTube

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