Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die amerikanische Politik ist derzeit
geprägt von innenpolitischen Auseinandersetzungen. Nach einem endlos
scheinenden Hin und Her zwischen den Demokraten und Republikanern mündete der
Schuldenstreit in den USA Anfang dieses Monats endlich in einen Kompromiss. In
Washington D.C. herrschte eine aufgeheizte Stimmung zwischen Präsident Obama
und dem von den Republikanern dominierten Repräsentantenhaus und hitzige
Debatten bestimmten wochenlang das Tagesgeschäft innerhalb und zwischen der
beiden großen Parteien der USA. Die gerade noch abgewendete Zahlungsunfähigkeit
zeugt von der gegenwärtigen Polarisierung in der amerikanischen Politik in den
USA und wird uns, wie die Börsen leider belegen, noch sehr lange
beschäftigen.
Präsident Obama wird sich, um Verbesserung
seiner Zustimmungswerte für den Wahlkampf 2012 bemühend, im Herbst weiter mit
großen innenpolitischen Herausforderungen auseinander setzen müssen, doch wird
jede Entscheidung und jeder Reformversuch sich der aktuell scheinbaren
Kompromisslosigkeit der politischen Kräfte ausgesetzt sehen. Wir können also
davon ausgehen, dass außenpolitische Fragen während des Wahlkampfes wohl
zunehmend eher in den Hintergrund rücken werden.
Umso mehr gilt es für uns, zwar diesen
schwierigen Spagat zu verfolgen, dabei aber nicht die übergeordneten
transatlantischen Fragen aus dem Auge zu verlieren. Stephen F. Szabo, Executive Director der Transatlantic
Academy in Washington D.C., berichtet in diesem Newsletter mit „Germany and America: Partners in
Leadership in a Post American World?“ daher, wo die transatlantischen Beziehungen aus seiner Sicht
aktuell stehen. Szabo hebt darin hervor, dass Deutschland sich seiner wichtigen
internationalen Rolle weiter annehmen muß, auch wenn es damit einhergeht, die
Schattenseiten einer Führungsrolle, Entscheidungen zu fällen und Kritik
hinzunehmen, mitzutragen.
Bereits im Juni konnten wir mit Jamie
Shea und Amani
Eltunsi über den arabischen Frühling und die Enthaltung Deutschlands im
UN-Sicherheitsrat diskutieren. Beide zeichneten ein eher düsteres Bild über die
Erfolgsaussichten des NATO-Einsatzes in Libyen und die Demokratiebestrebungen
in Ägypten und verwiesen auf die Notwendigkeit, dass sich die transatlantische
Sicherheitsgemeinschaft den Herausforderungen in Nordafrika gemeinsam stellen
muss.
Der 4th
of July gab uns die Möglichkeit, nicht zu vergessen, wofür die USA stehen:
life, liberty and the pursuit of happiness. Wir haben daher den 235.
Unabhängigkeitstag zum Anlass genommen, mit 450 amerikanischen und deutschen
Freunden und Förderern des Amerika Haus e.V. NRW einen der wichtigsten
Feiertage der Vereinigten Staaten mit Barbecue, Musik und Feuerwerk gemeinsam
zu feiern. Es freut mich, dass so viele unserer Einladung gefolgt sind und wir
eine so positive Resonanz erfahren haben.
Im Rahmen des
Transatlantic Music-Projekts präsentierte der Amerika Haus e.V. NRW im Mai
ein echtes transatlantisches Austauschprojekt mit zwei begeisternden
Konzertveranstaltungen: ein musikalisches Happening, bei dem ausgewählte
Meisterstudenten der New Yorker Juilliard School in Kooperation mit der
Hochschule für Musik und Tanz Köln in kürzester Zeit klassische Werke und
Jazz-Stücke einstudierten und gemeinsam präsentierten und damit den
transatlantischen Austausch in seiner besten Form unter Beweis gestellt haben.
Unten aufgeführt finden Sie noch einmal eine Auswahl unseres Programmes der
vergangenen Monate.
Nach einer kurzen Sommerpause geht es am
11. September 2011 mit einer Veranstaltung anlässlich des zehnten Jahrestags
der Anschläge vom 11. September 2001 mit dem Amerika Haus e.V. NRW Programm
weiter. Wir laden dazu ein, in das alte Amerika Haus, der heutigen Fritz
Thyssen Stiftung, zurückzukehren und über das Thema
"9/11 - Ten Years After: Vom "New American Century" zur
multipolaren Welt?" mit dem britischen Autor und Historiker Tariq Ali
zu diskutieren.
Im Anschluss finden Sie einen Überblick
über unsere nächsten Veranstaltungen, darunter eine Lesung mit dem
Pulitzerpreisträger Paul
Harding, eine Welt-Uraufführung und Künstlergespräch mit Robert
Moran, einen Gastbesuch von George
McGovern anlässlich der diesjährigen Otto-Wolff-Lecture sowie eine
Diskussion mit Geoff Kemp und Corey Johnson zum Thema „The Competition for
Natural Resources: The New Geopolitical Great Game?“. Wir würden uns sehr
freuen, Sie bei dem einen oder anderen Event begrüßen zu dürfen.
Ihre Tina Höfinghoff
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