22.04.2010 · Köln · Universität zu Köln
Amerika Haus NRW Lecture
»Talking in Tongues«
mit Peter Wortsman, Schriftsteller und Übersetzer, New YorkIn seiner Vorlesung durchstreift Peter Wortsman die Werke Goethes und Robert Musils, sowie die Interviews der Holocaust-Überlebenden, die er selbst gesammelt und übersetzt hat. Gleichzeitig vollzieht Wortsman mit dieser gedanklichen Reise auch seinen eigenen Lebensweg nach.
Der New Yorker Schriftsteller und Übersetzer Peter Wortsman wurde als Sohn jüdisch-österreichischer Immigranten in den USA geboren und ist mit einer Französin verheiratet. Diese Mischung hat dazu geführt, dass er sich schon immer „ein bisschen kulturell unentschlossen und sprachlich hin und her gerissen gefühlt“ hat. Er wuchs bilingual auf mit österreichischem Deutsch und „New Yawk“- Englisch und musste stets zwischen seinem deutschsprachigen Privatleben und dem englischen Alltag wechseln. Dies, so sagt er, hat seinen Humor stark geprägt. Die kulturelle wie sprachliche Gratwanderung hat Wortsman jedoch bestens gemeistert: Seine englische Übersetzung von Robert Musil’s Nachlaß erhielt das Prädikat eines „Klassikers für sich“, und sein Übersetzerwerk beinhaltet viele andere berühmte Stücke aus den unterschiedlichsten Epochen der europäischen Literaturgeschichte, z. B. von Heinrich Heine und Heinrich von Kleist.
Zu seinen eigenen schriftstellerischen Veröffentlichungen zählen Kurzgeschichten, Theaterstücke, Reiseberichte und ein Kunstbuch. 1985 wurde Peter Wortsman dafür mit dem Beard’s Fund Short Story Award ausgezeichnet und 2008 mit dem Geertje Potash-Suhr Prosapreis der Society for Contemporary American Literature in Germany.Zur Zeit ist Peter Wortsman Fellow in Residence der American Academy in Berlin.

