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09.12.2010 · Köln · Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Ambassador David Killion, ständiger Vertreter der USA bei der UNESCO

Gespräch & Musik

»The Role of Culture in Transatlantic Relations: Realities and Visions.«

mit David T. Killion, ständiger Vertreter der USA bei der UNESCO, Paris
Marete Wester, Director of Arts Policy, Americans for the Arts, Washington, D.C., und
Tanja Dorn, Associate Director, IMG Artists, New York/Hannover

Moderation: Maja Ellmenreich, Redakteurin für Kammermusik, Deutschlandfunk

Musik: Schumann Quartett, Köln


David T. Killion, ständiger Vertreter der USA bei der UNESCOWährend die Künste in Europa allgemein einen hohen Stellenwert genießen, spielen sie im politischen Alltag der USA kaum eine Rolle. In Washington ist Kulturpolitik in der Vergangenheit immer wieder auf Widerstände gestoßen. Unter Präsident Barack Obama könnten sich die Vorzeichen nun ändern, ist sich der amerikanische UNESCO-Botschafter David T. Killion sicher. Er sprach am 9. Dezember im Wallraf-Richartz-Museum in Köln über die Bedeutung, die Kunst, Literatur, Musik und Tanz in den USA heute beigemessen wird. Die anschließende Podiumsdiskussion zeigte, welche Herausforderungen noch zu meistern sind.

Killion kündigte an, sein Land werde sich künftig wieder stärker in die Arbeit der UNESCO einbringen. Um das neue Engagement zu unterstreichen, plane Außenministerin Hillary Clinton einen Besuch der Organisation iAmbassador Killion, Marete Wester, Tanja Dorn and Maja Ellmenreichm zweiten Quartal 2011. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass sich die USA fast 20 Jahre lang aus der Organisation zurückgezogen hatten und ihr erst 2003 wieder beigetreten waren.

Ganz oben auf der US-Agenda steht laut Killion aktuell die Gründung eines internationalen Kunstmuseums in Amman, Jordanien, und die Konservierung des haiwaiianischen Papahanaumokuakea-Gebiets, das 2010 von der UNESCO in die Welterbe-Liste aufgenommen wurde. Zudem wollten die USA weltweit stärker für ihre Kultur und ihr Kunsthandwerk werben sowie sich als attraktive Tourismus-Destination profilieren.

Schumann Quartett: Erik Schumann, Ken Schumann, Ayako Goto, Mark SchumannAls neue Form des Kulturimperialismus sollte dies jedoch nicht verstanden werde, sagte Marete Wester, Politische Referentin der einflussreichen Lobbyorganisation „Americans for the Arts“ im anschießenden Podiumsgespräch. Auch UNESCO-Botschafter Killion sieht seine Mission ganz im Zeichen der multilateralen Kulturförderung: Die USA wollten ihren Teil dazu beitragen, dass die Stimme der UNESCO weltweit mehr Gewicht bekomme und die Organisation eine Führungsrolle übernehme. Beide räumten ein, dass Kulturförderung in den Vereinigten Staaten – anders als in Europa – leider nicht selbstverständlich sei. Tanja Dorn, Associate Director bei der Künstleragentur IMG Artists, kritisierte die Visapolitik der USA. Diese mache es ausländischen Künstlern schwer, zu Aufführungen oder Vorträgen in die USA zu reisen.

Moderiert wurde die Diskussion von Maja Ellmenreich, Redakteurin für Kammermusik beim Deutschlandfunk. Das musikalische Rahmenprogramm gestaltete das Schumann-Quartett aus Düsseldorf. (da)

In Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission

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