23.06.2009 · Düsseldorf
Morning Coffee
»The Art Market. Where It Has Been; Where It Is Going«
In Kooperation mit dem amerikanischen Generalkonsul Düsseldorf, Matthew G. Boyse
Der Amerika Haus e.V. NRW und der amerikanische Generalkonsul Matthew G. Boyse luden ein zu einem Gespräch mit dem berühmten Kunsthändler aus den USA, Richard L. Feigen.
Richard L. Feigen gehört zu den Größen des internationalen Kunsthandels. Er war der erste, der dem amerikanischen Publikum Joseph Beuys präsentierte - in seiner SoHo Gallery in New York (1966). Desweiteren zählt seine Max Beckmann Sammlung zu den wichtigsten Privatsammlungen außerhalb von Europa.
In der Residenz des US-Generalkonsuls Matthew G. Boyse sprach Richard Feigen unter dem Titel „The Art Market. Where it has been; Where It is Going“ über die Entwicklung des Kunstmarktes in den letzten 60 Jahren.
Sehr nachvollziehbar schilderte Richard Feigen den Aufstieg New Yorks zur vielleicht bedeutendsten Stadt für Kunst unserer Zeit. Nach dem zweiten Weltkrieg herrschte in Europa ein kulturelles Vakuum. Viele Künstler waren in die USA geflohen und hatten so zur Bildung einer lokalen internationalen Kunstszene beigetragen. Dies zog natürlich viele weitere geflohene europäische Künstler an. Richard Feigen führte anekdotenreich aus, wie die Stadt in den 60er und 70er Jahren förmlich in Kunst schwamm. Werke von Beuys, Beckmann oder Kandinsky waren für ein paar hundert Dollar zu bekommen.
Er bezog sich auch auf die heutige Zeit, in der der Kunsthandel zu stagnieren scheint. Viele Sammler seien nicht gewillt, ihre Werke zu verkaufen. So entsteht eine Diskrepanz zwischen der Nachfrage, die nach wie vor groß ist, und dem Angebot, dass über die Jahre geringer geworden ist. Im künstlerischen Zentrum New York stellt sich für junge Künstler/ -innen und Galerist/ -innen zudem noch ein weiteres Problem.
Die Mieten für Galerien sind mittlerweil derartig exorbitant, dass eine Galerie sich nicht mehr damit über Wasser halten kann, wenn sie versucht, unbekannte Künstler zu fördern und viele Werke zu verkaufen, die jeweils verhältnismäßig günstig sind. Eigentlich führt kein Weg daran vorbei, große Werke zu vertreiben, die auf einen Schlag viele hunderttausend Dollar einbringen und so das Überleben der Galerie sichern.
Auch auf dem Kunstmarkt habe es eine Blase gegeben, die mittlerweile geplatzt ist, führte Richard Feigen an. Zuviele Künstler hätten sich bloß aufgrund eines "Hypes" verkauft, Werke seien für ein vielfaches von dem verkauft worden, was sie tatsächlich wert sind.
Er selbst sammle nur Werke bereits verstorbener Künstler. Wie er den Wert eines Werkes erkennt? Wie die meisten von uns - "aus dem Bauch heraus".

