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26.09.2011 · Köln · Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur · Im Mediapark 7

Judith Ross: Untitled

Künstlergespräch & Ausstellung

Köln: Judith Joy Ross: »Photographien seit 1982«

Im Rahmen der Ausstellung und in Kooperation mit der Photographischen Sammlung / SK Stiftung Kultur hat der Amerika Haus e.V. NRW am 26. September 2011 zu einem Vortrag und der Ausstellung von Judith Joy Ross eingeladen.


Die amerikanische Photographin Judith Joy Ross (*1946 in Hazleton, Pennsylvania) hat seit Beginn der 1980er-Jahre ein beeindruckendes Werk mit Schwerpunkt auf dem Portrait geschaffen. Entstanden sind ihre Photographien insbesondere im Umkreis ihres Wohnortes Bethlehem, Pennsylvania. Judith Joy Ross nutzte ihren Diavortrag, um anhand ihrer Bilder ihre persönliche Entwicklung als Fotografin darzustellen. Angefangen mit der Bearbeitung eines im National Geographic-Magazin erschienenen Fotos und über das Fotografieren ihrer eigenen Familie, kam sie vor allem durch alltägliche Beobachtungen zu den fortwährenden Kernthemen ihrer fotografischen Arbeit.

 

Als Künstlerin versuche sie, den Menschen möglichst fern von Schönheitsidealen oder medialen Klischeevorstellungen und möglichst nah am normalen amerikanischen Alltagsgeschehen zu begegnen, um so den ungekünstelten Aspekten des Lebens einen Platz einzuräumen. Ihr so aktuelles wie wirklichkeitsgetreues Gesellschaftspanorama weist dabei Parallelen zum Werk des deutschen Photographen August Sander auf, den Judith Joy Ross als großes Vorbild schätzt.

 

Judith Joy Ross während ihres Vortrags

 

 

Das Leitmotiv Ihrer Arbeit, die sie bevorzugt in über einen längeren Zeitraum entwickelten Bildreihen verfolgt, beschrieb sie als „Obsession, Menschen zu fotografieren“. Ihr Ziel sei dabei, in ihren Portraits das Individuelle hervor zu heben und zugleich das komplexe Verhältnis zwischen Person und Umfeld zum Ausdruck zu bringen. Kritisch hinterfragt Judith Joy Ross in ihren photographischen Serien Lebensabschnitte wie Kindheit und Adoleszenz. Aber auch politische Themenbereiche und deren Einfluss auf einzelne Lebenskonzepte rücken ins Blickfeld. So entstand ihre große Fotoserie „Portraits of the Vietnam Memorial“ durch zahlreiche Bilder, die sie während eines längeren Aufenthalts in Washington, D.C., von Besuchern der Gedenkstätte machte. Indem sie mit ihrer Kamera die Gesichtsausdrücke von Besuchern einfing, anstatt das Vietnam Memorial selber in den Fokus zu nehmen, schuf sie eine große Bandbreite von individuellen Geschichten und Schicksalen, die durch den Vietnamkrieg beeinflusst worden waren.

 

Unter einem ähnlichen Motiv stand eine Serie, in der Ross Senatoren und Abgeordnete des amerikanischen Repräsentantenhauses porträtierte und in den Gesichtern der Politiker sehr intime Eindrücke von Macht, Schwäche oder Müdigkeit einfing. Weitere Bilderserien entstanden zudem durch die Beobachtung von Kindern sowie von Fotos von „Arbeitswelten“, in denen sie Menschen bei der Ausübung verschiedenster Berufe fotografiert und mitsamt ihren Idealen und Desillusionen abgebildet hatte.

 

Judith Joy Ross

 

Unter der Gesprächsführung von Gabriele Conrath-Scholl, Leiterin der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, beantwortete Ross nach ihrem Vortrag Fragen aus dem interessierten Publikum, bevor im Anschluss an die Veranstaltung die Möglichkeit des Ausstellungsbesuchs und eines kleinen Umtrunks angeboten wurde. Viele Gäste empfanden die Kombination aus Vortrag und anschließendem Ausstellungsbesuch als sehr gelungen, weil es ihnen die Möglichkeit gab, die Ausstellung vor dem Hintergrund der geschilderten Darstellungen Ross´ aus einem klareren Blickwinkel zu betrachten.

 

Auch aus der Sicht von Judith Ross war es ein sehr gelungener Abend: "It looked great and Amerika Haus was to me the most interesting audience I have yet to experience. Their questions were incisive and came from a unique point of view. I was so happy to engage with them. I only wish I could belong to such an interesting group here in America."


Amerika Haus e.V. NRW
Telefon: 0221 – 169 26 350 │ Fax: 0221 – 169 26 308
E-Mail: info@amerikahaus-nrw.de www.amerikahaus-nrw.de

 

   



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