30.05.2011 · Essen · Buchhandlung Proust
Vortrag & Gespräch
Essen: »Lektionen für Obama - ausgerechnet der Aufstand der Grauhaarigen bringt ihn in die Klemme«
mit Klaus Jürgen Haller, Hörfunk-Journalist und freier Autor.Präsident Obama, der strahlende Sieger von 2008, kann sich nicht darauf verlassen, im November nächsten Jahres wiedergewählt zu werden. Bei den Kongresswahlen im November liefen zwei Drittel der unabhängigen Wähler zu den fast schon abgeschriebenen Republikanern über. In Washington sind sie über ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus an der Regierung beteiligt; auch in den Bundesstaaten haben sie auf breiter Front zugelegt. Die nach der Volkszählung alle 10 Jahre fällige Neuverteilung der Mandate auf die Bundesstaaten erzwingt in mindestens 17 dieser Staaten den Neuzuschnitt der Wahlkreise; summa summarum dürfte dies den Republikanern zugutekommen.
Ihre Chancen, im nächsten Jahr auch den Senat zu übernehmen, sind größer als die der Demokraten, das Repräsentantenhaus zurückzuerobern. Allerdings könnte sich die kompromissunwillige Tea Party Bewegung dabei als Langzeitrisiko der Republikaner entpuppen. Entweder versteht die Führung der Kongressrepublikaner sie einzubinden oder sie übernimmt die Partei.
Die Höhe der Gesamtverschuldung von über 14 Billionen Dollar ist Amerikas dringlichstes Problem; auch hier sitzen die Republikaner am längeren Hebel. Spätestens Anfang Juli müsste der Kongress die gesetzlich festgelegte Verschuldensobergrenze anheben. Weigerte er sich, wären die Vereinigten Staaten zahlungsunfähig. Die Republikaner werden für ihre Zustimmung verlangen, dass der demokratisch beherrschte Senat und das Weiße Haus durchgreifenden Ausgabenkürzungen zustimmen. Wer dafür am Ende den Schwarzen Peter behält, dürfte die nächste Wahl verlieren.
Klaus-Jürgen Haller studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte, entschied sich aber im Anschluss an sein Studium, Reporter zu werden. Die Stationen seiner journalistischen Karriere führten ihn vom WDR-Hörfunk in Deutschland bis nach Amerika, wo er als langjähriger Korrespondent und Leiter des WDR-/NDR-Hörfunkstudios in Washington tätig war. Zu seinen Spezialgebieten zählen die Außen- und Sicherheitspolitik der USA, was er auch in seiner Zeit als Chefreporter im WDR-Hörfunkstudio Bonn unter Beweis stellte.
Als Moderator mit Wuppertaler Mundart wurde er einem breiten Publikum bekannt durch seine legendäre Anmoderation des WDR 2-Mittagsmagazins "Guten Tag, meine Damen und Herren, guten Morgen, liebe Studenten!“. Herr Haller beleuchtete durch seine eigenen Erfahrungen in den USA die Hintergründe, warum ausgerechnet der Aufstand der Grauhaarigen Präsident Obama in die Klemme bringen und seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit gefährden könnte.





