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08.02.2011 · Siegen · Museum für Gegenwartskunst

Christoph von Marschall, USA-Korrespondent für den Tagesspiegel, Berlin

Vortrag & Gespräch

»Die zweite Hälfte von Obamas Amtszeit: Zur Lage der Nation«

mit Christoph von Marschall, USA-Korrespondent für den Tagesspiegel, Washington, D.C.

Das Ergebnis der Kongresswahlen zwingt Obama zu größerer Kompromissbereitschaft. Seit Beginn des Jahres konnte der Präsident mit einer „Politik der Besänftigung“ zwar schon einige Etappensiege vorweisen. Allerdings wird der Präsident hart kämpfen müssen, seine Reform-Erfolge aus den letzten beiden Jahren zu verteidigen, denn die Untersuchungsausschüsse für die Gesundheits- und Finanzmarktreform stehen schon bereit.
Zudem halte der Zorn der Amerikaner auf die Politik an, so Christoph von Marschall, richte sich aber jetzt wieder gegen Demokraten und Republikaner gleichermaßen. Präsident Obamas Rückhalt in der Bevölkerung ist seit dem Umfragetief im vergangenen November wieder gewachsen und das Vertrauen der Amerikaner in Obamas Fähigkeiten, Umfragewerten zufolge, zurückgekehrt.

Dass Europa und ganz besonders Deutschland in der Rede zur Lage der Nation keine Beachtung fand, liegt vor allem daran, dass die Amerikaner Europa nicht immer als Teil der Lösung geostrategischer Probleme sehen. „Wir sind nicht mehr das Problem“, so der USA-Korrespondent, allerdings steuern die Deutschen auch nicht die Hilfe bei, die sich die Amerikaner in der Unterstützung in sicherheitspolitischen Fragen erhofft hatten.

Ob der Präsident Chancen auf eine Wiederwahl hat, hänge vor allem von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und von den Kandidaten der Republikaner ab, wie Christoph von Marschall in der anschließenden Diskussion mit dem Publikum aufzeigte. Je besser die überparteiliche Zusammenarbeit funktioniere, desto mehr Anlass werde es geben, Obama 2012 erneut zu wählen.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft Siegerland-Wittgenstein e.V. statt.

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