26.10.2010 · Wuppertal · National Bank AG
Gesprächsforum
»Community Organizing. Aktivierung der Bürgergesellschaft auf Amerikanisch«
mit John Kornblum, US-Botschafter a.D.,Professor Leo Penta, Katholische Hochschule für Sozialwesen in Berlin und
Manfred Rekowski, Superintendent des Kirchenkreises Wuppertal.
Moderiert von Arnd Henze, stellvertretender Leiter der Programmgruppe Ausland des WDR-Fernsehens.
Community Organizing – was in den Vereinigten Staaten eine lange Tradition hat, findet auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Doch die Initiativen stoßen vielerorts auf Misstrauen von Politikern und Kommunalverwaltung. „Dabei brauchen wir eine starke, aktive und professionelle Bürgergesellschaft“, bekräftigte der frühere US-Botschafter John Kornblum beim Gesprächsforum des Amerika Haus e.V. Nordrhein Westfalen in Wuppertal. Das Modell, nachdem allein der Staat und eine Meinungselite agieren dürfen, sei überholt.
Diese Ansicht teilt Professor Leo Penta, Leiter des Deutschen Instituts für Community Organizing (DICO) an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin. Der Amerikaner brachte die Idee des Community Organizings vor zehn Jahren nach Deutschland und begleitet aktuell die Gründung der Bürgerplattform Wuppertal. „Es geht hierbei nicht darum, für oder gegen ein bestimmtes Projekt zu streiten“, sagte er. Community Organizing setze vielmehr darauf, aus der Mitte der Gesellschaft heraus gemeinsam Themen und Aktionsschwerpunkte zu entwickeln. Koordiniert und vernetzt würden die einzelnen Akteure dabei von einem professionellen Community Organizer. Dieser bestärke die Bürger darin, sich selbst aktiv für ihre Interessen einzusetzen.
An dem Gesprächsforum nahm auf dem Podium auch der Superintendent des Kirchenkreises Wuppertal, Manfred Rekowski, teil. Moderiert wurde es von Arnd Henze, stellvertretender Auslandschef des Westdeutschen Rundfunks. John Kornblum nutzte sein Einstiegsreferat einmal mehr für einen Appell an die deutschen Politiker, sich Meinungsvielfalt und Bürgerwillen zu öffnen. Auch wenn sie engagierte Bürger häufig als „Stachel im Fleisch“ wahrnähmen, sei Community Organizing in Wirklichkeit „das Gegenmodell zur Gegen-Gesellschaft“. (da)
In Kooperation mit der Bürgerplattform Wuppertal, der National Bank AG und DICO - Deutsches Institut für Community Organizing

