10.03.2011 · Köln · Excelsior Hotel Ernst
Buchpräsentation & Gespräch
»Beyond Mechanical Markets«
mit Prof. Roman Frydman, Professor of Economics, New York University, USA, im Gespräch mit Dirk Heilmann, Chefökonom des Handelsblatts.Die jüngste Wirtschaftskrise brachte nicht nur die Finanzmärkte aus dem Gleichgewicht, sie brachte auch führende Wirtschaftswissenschaftler in Erklärungsnot.
Prof. Roman Frydman, Ökonom und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der New York University, USA, glaubt nicht an eine Rationalität der Märkte, wie sie von geltenden Finanzmodellen propagiert wird. Professor Frydman arbeitet seit langem an einem innovativen Erklärungsmodell, das sich von der Rationalität der Märkte abwendet und für einen Paradigmenwechsel plädiert.
Schon in seinem Buch „Imperfect Knowledge Economics“ von 2007 legte er dar, dass sich Akteure nicht immer rational verhalten, weil sie Entscheidungen nur mit lückenhaftem Wissen und somit weniger rational, als bisher angenommen, treffen können. Eine Vorhersehbarkeit wirtschaftlichen Wandels ist demnach kaum möglich, wie bei der jüngsten Finanzkrise zu sehen war.
Das neue Buch von Prof. Roman Frydman „Beyond Mechanical Markets“, das im Frühjahr 2011 erscheint, leistet einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung des ökonomischen Denkens, indem vor allem auch das Konzept der Unsicherheit in den Versuch, wirtschaftliche Ereignisse zu prognostizieren, eingeführt wird. Prof. Frydman erläutert mit diesem Ansatz, warum die Wirtschaftswissenschaften bei der Vorhersage der Krise scheitern mussten.
Im Gespräch mit Dirk Heilmann, Chefökonom des Handelsblatts, gab Prof. Frydman nicht nur Antworten zum Umgang mit der aktuellen Finanzkrise, die für ihn neue Formen staatlicher Regulierung der Finanzmärkte notwendig macht, ohne dabei die freie Innovationsfähigkeit der Wirtschaft zu gefährden. Vor allem erklärte er, wie es zur Krise kommen konnte und weshalb diese von gängigen wirtschaftswissenschaftlichen Modellen nicht vorhergesehen wurde. Zum Verständnis wirtschaftlicher Prozesse, so die These Frydmans, braucht es nicht bessere Denkmodelle mit größerer Vorhersagekraft. Vielmehr geht es darum, die notwendige Limitiertheit wirtschaftlichen Wissens anzuerkennen und deterministische Vorhersagemodelle zu überwinden. Der falsche Glaube an eine „Rationalität“ der Märkte, so Frydman, hat ansonsten fatale Folgen für Wirtschaft, Politik und Gesamtgesellschaften
Im Zuge unserer Ausbaupläne der Amerika Haus e.V. NRW-Webseite mit zusätzlichem Informations- und Archivmaterial können Sie hier schon jetzt die gesamte Rede in Thesenform nachlesen und finden untenstehend auch verschiedene Zeitungsartikel zum Thema des Abends. Darüber hinaus hat sich Prof. Frydman freundlicherweise zu einem weiterführenden Interview mit Nadine Milde, unserer neuen Leiterin der Programmentwicklung, bereit erklärt. Das Ergebnis dieses Dialogs zwischen Köln und New York wird in Kürze ebenfalls hier erscheinen. Es erwarten Sie spannende weiterführenden Fragen zu wirtschaftstheoretischen Wissenslücken, den Chancen neuen Denkens in der aktuellen amerikanischen Politik, oder transatlantischer Zusammenarbeit im Zeitalter der Globalisierung.
Presseartikel:
The Economist: "Killing off the Monster" (24.2.2011)
Financial Times: "We need new models in an uncertain world" (11.3.2011)
Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Buffett und Soros interessieren sich nicht für Psychologie" (17.3.2011)
Kölner Stadt-Anzeiger: "Es wird weiter Blasen geben" (27.04.2011)
Keynotes von Prof Frydman als Thesenpapier

