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11.09.2009 · Düsseldorf · Landtag NRW

Thomas Kleine-Brockhoff, German Marshall Fund bei Transatlantic Trends Präsentation mit Amerika Haus NRW im Landtag NRW

Präsentation & Diskussion

»Transatlantic Trends - Wie sieht die Welt Amerika?«

Thomas Kleine-Brockhoff, Senior Director des German Marshall Fund of the United States und früherer Washington- Korrespondent der ZEIT präsentierte die vom German Marshall Fund am 9. Oktober veröffentlichten Transatlantic Trends. Die Transatlantic Trends sind eine umfangreiche, jährliche Erhebung der europäischen und amerikanischen Meinungslage über transatlantische Beziehungen.

 

Gäste im Landtag NRW bei Transatlantic Trends Präsentation des Amerika Haus NRWDer "Obama-Faktor"

Das hervorstechendste Ergebnis der Studie ist der alles beeinflussende "Obama-Faktor". Die Umfragen belegen: Obama hat in Europa einen ungebrochenen Sympathiebonus. In Europa ist die Begeisterung für Barack Obama auch nach gut einem halben Jahr Amtszeit groß. In den USA wackelt der Zuspruch für ihren Präsidenten allerdings zusehends. Deutschland ist mit seiner Obama-Begeisterung den anderen europäischen Staaten weit voraus: 80 Prozent der Menschen sind überzeugt von Obama, in Frankreich sind es 77%, in Portugal 70% und in Italien 64%. Auch in der Türkei ist die Zustimmung für den US-Präsidenten mit mit 50 Prozent um ein vielfaches größer als für seinen Vorgänger George Bush. "Die Europäer und allen voran die Deutschen messen Obama fast übermenschliche Fähigkeiten bei. Sie trauen ihm die Lösung der weltweiten Konflikte zu, auch wenn sie – ganz generell – die Konflikte selbst sehr skeptisch einschätzen", erklärt Thomas Kleine-Brockhoff vom GMF. "Hier zeigt sich eine erstaunliche Ambivalenz in dem Zutrauen in den amerikanischen  Präsidenten und der gesamtbewertung der internationalen Herausforderung."

Statistiktabelle der Umfrageergebnisse der Transatlantic TrendsOst und West geteilter Meinung über die USA
In Europa zeigt sich eine recht unterschiedliche Bewertung des US-Präsidenten. Die Westeuropäer schätzen die Politik Barack Obamas sehr viel positiver als die Osteuropäer. Thomas Kleine-Brockhoff verweist auf das Phänomen, dass dieses Verhältnis gegenüber George Bush umgekehrt gewesen sei: Die Transatlantic Trends 2008 belegten, dass die Osteuropäer Präsident Bush positiver gegenüber gestanden hatten als die Westeuropäer. Die Mittel- und Osteuropäer sind es auch, die nicht daran glauben, dass alleine durch die Personalie Barack Obama das transatlantische Verhältnis grundsätzlich wieder besser und problemlos werden wird. Nur 25% der Befragten geben einen positiven Ausblick für  die Beziehungen zwischen Europa und den USA, während dies im Westen 43% tun. Dieselbe geteilte Meinung spiegelt sich auch in der Frage nach der NATO udn ihrer Rolle wider: weniger Osteuropäer halten die Nato für unerlässlich. Sie befürworten jedoch eine stärkere Verbindung zwischen Europa und den USA in Fragen der Sicherheits- und Wirtschaftspolitik. Sie sehen die USA nach wie vor als Garant für ihre außenpolitische Sicherheit.

 

Chart der TransatlanticTrends des German Marshal FundEuropäer skeptisch gegenüber Afghanistanpolitik

Unterschiedliche Bewertungen über Fragen der internationalen Politik gibt es nicht nur innerhalb Europas, sondern auch zwischen Amerikanern udn Europäern. So äußern sich die Europäer äußern sich viel skeptischer über den Krieg in Afghanistan. 63% der Europäer glauben nicht daran, dass sich die Situation stabilisieren lässt – während 56% der Amerikaner optimistisch sind. Die Mehrheit der befragten Europäer – 55 Prozent im Westen und 69 Prozent im Osten – wünscht sich einen schnellen Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan.

 

Hintergrund zur Studie "Transatlantic Trends"

Insgesamt befragte der Thinktank für die Transatlantic Trends im Juni rund 1000 Bürger in jeweils 12 europäischen Staaten udn den USA: in Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Spanien, der Türkei und in Großbritannien. Auf der Grundlage der aktuellen Umfrageergebnisse und der Zusammenfassung der Transatlantic Trends aus dem Zeitraum 2003-2008 bewertet die Studie den allgemeinen Stand der transatlantischen Beziehungen und untersucht gleichzeitig die amerikanischen und europäischen Standpunkte zu aktuellen Themen. 

Die Transatlantic Trends Summary zum download:


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