21.01.2010 · Bonn · Deutsche Welle
Vortrag & Diskussion
»After the Copenhagen Climate Summit. What is to be done?«
mit Friedensnobelpreisträger Dr. Adil Najam, Professor of Global Public Policy, Boston University.
Adil Najam ist einer der führenden Umweltforscher und Klimawandel-Experten weltweit und damit einer der gefragtesten Kommentatoren rund um den Kopenhagener Klimagipfel. In der Deutschen Welle berichtete der Amerikaner pakistanischer Herkunft vom Gipfel und über seine Visionen einer erfolgreichen Klimapolitik. Dr. Irene Quaile-Kersken von der Deutsche Welle führte als Moderatorin durch den spannenden Abend im voll besetzten Gremiensaal der Deutschen Welle. Die Gäste nutzten die Gelegenheit für eine intensive Diskussion mit Professor Najam und dankten ihm für seinen erhellenden und lebendigen Vortrag mit anhaltendem Applaus.
Adil Najam: Klimapolitik nicht nur eine Frage der Treibhausgase
von Kathrin Reinhardt, Deutsche Welle Internetredaktion
Bonn. Adil Najam, Professor für Public Policy an der Boston University, war am Donnerstag, 21. Januar, im Funkhaus. In einem Pressegespräch stand er DW-Kollegen und anderen Journalisten Rede und Antwort. Thema: Der Weltklimagipfel in Kopenhagen und das Bemühen um eine internationale Klimapolitik. Najam war einer der leitenden Autoren des 4. Weltklimaberichts des "Intergovern-mental Panel on Climate Change" (UN-Klimarat), das 2007 gemeinsam mit dem damaligen US-Vizepräsident Al Gore den Friedensnobelpreis erhielt.
Najam sag
te in der DW, Kopenhagen sei sicher kein Erfolg gewesen, aber auch kein Scheitern – „zumindest noch nicht“. Es bestehe aber die Gefahr, dass wir „das Vorhaben aufgeben, einen UN-Prozess zu bekommen, einen globalen Prozess, der alle einbindet“. Es wäre sehr schlecht, so Najam, wenn man sich in mehrere kleine Prozesse mit nur einigen Akteuren zurückziehen würde. Kopenhagen sei mehr als ein Klimagipfel gewesen, so Najam. Dort habe sich eine neue Welt manifestiert, „in der China, Indien und Brasilien lernen, wie sie mit der eigenen neuen Macht umgehen, und in der der Rest der Welt lernt, wie sie mit dieser neuen Einheit umgeht.“
Eine Enttäuschung sei für ihn gewesen, dass die Verbindung zwischen Klimapolitik und Entwicklungspolitik in Kopenhagen nicht ausreichend thematisiert worden sei. Bei Klimapolitik gehe es nicht nur um die Reduzierung der Treibhausgase, sondern auch um die Anpassung: „Diejenigen, die bereits arm sind, die bereits schwach sind, spüren die Auswirkungen des Klimawandels automatisch stärker als die anderen, weil der Rest von uns die Fähigkeit hat, sich anzupassen.“ Als Beispiel nannte er in Haiti, wo so viele Menschen vor allem deshalb gestorben seien, weil sie schlechte Häuser hätten.
Die Lösung liege in einer „besseren Entwicklung“, so Najam. Dies sei allerdings nicht Aufgabe des UN-Klimarates (IPCC), sondern der Weltbank, der UN und „development agencies“. Die Herausforderung liege auch in der Balance zwischen nationalen und globalen Interessen. Najam sagte, die Einstellung in den USA in Bezug auf erneuerbare Energien beginne sich langsam zu ändern – vor dem Hintergrund, dass die Wirtschaft diese nicht ignorieren könne, ohne an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. China, so Najam, wolle Marktführer bei der Herstellung von Autos, insbesondere klimafreundlichenl Autos werden.
Der in Pakistan geborene US-Amerikaner Adil Najam ist auch Direktor des Pardee Center for the Study of the Longer-Range Future und Professor für Internationale Beziehungen, Geografie und Umwelt.
Fotos: Matthias Müller, Deutsche Welle
Adil Najam ist einer der führenden Umweltforscher und Klimawandel-Experten weltweit und damit einer der gefragtesten Kommentatoren rund um den Kopenhagener Klimagipfel. In der Deutschen Welle berichtete der Amerikaner pakistanischer Herkunft vom Gipfel und über seine Visionen einer erfolgreichen Klimapolitik. Dr. Irene Quaile-Kersken von der Deutsche Welle führte als Moderatorin durch den spannenden Abend im voll besetzten Gremiensaal der Deutschen Welle. Die Gäste nutzten die Gelegenheit für eine intensive Diskussion mit Professor Najam und dankten ihm für seinen erhellenden und lebendigen Vortrag mit anhaltendem Applaus.
Adil Najam: Klimapolitik nicht nur eine Frage der Treibhausgase
von Kathrin Reinhardt, Deutsche Welle Internetredaktion
Bonn. Adil Najam, Professor für Public Policy an der Boston University, war am Donnerstag, 21. Januar, im Funkhaus. In einem Pressegespräch stand er DW-Kollegen und anderen Journalisten Rede und Antwort. Thema: Der Weltklimagipfel in Kopenhagen und das Bemühen um eine internationale Klimapolitik. Najam war einer der leitenden Autoren des 4. Weltklimaberichts des "Intergovern-mental Panel on Climate Change" (UN-Klimarat), das 2007 gemeinsam mit dem damaligen US-Vizepräsident Al Gore den Friedensnobelpreis erhielt.Najam sag
te in der DW, Kopenhagen sei sicher kein Erfolg gewesen, aber auch kein Scheitern – „zumindest noch nicht“. Es bestehe aber die Gefahr, dass wir „das Vorhaben aufgeben, einen UN-Prozess zu bekommen, einen globalen Prozess, der alle einbindet“. Es wäre sehr schlecht, so Najam, wenn man sich in mehrere kleine Prozesse mit nur einigen Akteuren zurückziehen würde. Kopenhagen sei mehr als ein Klimagipfel gewesen, so Najam. Dort habe sich eine neue Welt manifestiert, „in der China, Indien und Brasilien lernen, wie sie mit der eigenen neuen Macht umgehen, und in der der Rest der Welt lernt, wie sie mit dieser neuen Einheit umgeht.“
Eine Enttäuschung sei für ihn gewesen, dass die Verbindung zwischen Klimapolitik und Entwicklungspolitik in Kopenhagen nicht ausreichend thematisiert worden sei. Bei Klimapolitik gehe es nicht nur um die Reduzierung der Treibhausgase, sondern auch um die Anpassung: „Diejenigen, die bereits arm sind, die bereits schwach sind, spüren die Auswirkungen des Klimawandels automatisch stärker als die anderen, weil der Rest von uns die Fähigkeit hat, sich anzupassen.“ Als Beispiel nannte er in Haiti, wo so viele Menschen vor allem deshalb gestorben seien, weil sie schlechte Häuser hätten.
Die Lösung liege in einer „besseren Entwicklung“, so Najam. Dies sei allerdings nicht Aufgabe des UN-Klimarates (IPCC), sondern der Weltbank, der UN und „development agencies“. Die Herausforderung liege auch in der Balance zwischen nationalen und globalen Interessen. Najam sagte, die Einstellung in den USA in Bezug auf erneuerbare Energien beginne sich langsam zu ändern – vor dem Hintergrund, dass die Wirtschaft diese nicht ignorieren könne, ohne an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. China, so Najam, wolle Marktführer bei der Herstellung von Autos, insbesondere klimafreundlichenl Autos werden.Der in Pakistan geborene US-Amerikaner Adil Najam ist auch Direktor des Pardee Center for the Study of the Longer-Range Future und Professor für Internationale Beziehungen, Geografie und Umwelt.
Fotos: Matthias Müller, Deutsche Welle
Vortrag von Adil Najam (1) vom 21.01.2010
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Vortrag von Adil Najam (2) vom 21.01.2010
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