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12.11.2009 · Köln · IHK zu Köln

Martin Richenhagen, AGCO Corporation, Gesprächsgast bei Veranstaltung des Amerika Haus e.V. NRW

Podiumsgespräch

»Vom Religionslehrer in Frechen zum Wirtschaftsboss in den USA«


In einem sehr persönlichen Gespräch mit Ulrich Stockheim berichtete Martin Richenhagen über seinen Weg vom Religionslehrer zum Wirtschaftsboss in den USA. Ulrich Stockheim vertritt als Geschäftsführer der Stockheim Media GmbH im Kuratorium des Amerika Haus e.V. NRW und kennt Martin Richenhagen seit langem. Seine Agentur ist für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der AGCO Corporation zuständig und so konnte Ulrich Stockheim mit Martin Richenhagen quasi aus dem Nähkästchen plaudern und ihm vor allem auch persönliche Fragen stellen.

tl_files/articles/programm/veranstaltungen/2009/Bilder-065-web.jpgBegonnen hat Martin Richenhagen als Lehrer in Frechen. Nebenbei betrieb er einen kleinen Reitstall. Das Multitalent wurde schnell entdeckt - vom damaligen BDI-Präsidenten Jürgen Thumann, den Richenhagen im Reitstall kennenlernte. Thumann entdeckte das Manager-Talent des Lehrers und überredete ihn zum Karrierewechsel in die Wirtschaft. Von seinen Kollegen ermutigt, schlug Martin Richenhagen die Bedenken seines Vaters in den Wind, verließ die sichere Beamten-Laufbahn des Lehrers und tauschte sie gegen den harten, aber - wie sich herausstellen sollte - erfolgreicheren Weg des Managers. Er arbeitetet sich in der ihm völlig fremden Unternehmenswelt hoch und schaffte es an die Spitze. Gekrönt wurde sein Erfolg vom Wechsel an die Konzernspitze der AGCO Corporation. Damals war er der erste Deutsche, der zum Chef eines amerikanischen „Fortune 300“ Unternehmens avancierte. In dieser Position hat Martin Richenhagen es mit seiner, wie er selbst sagt, konservativen Wirtschaftsstrategie geschafft, das Unternehmen zum Marktführer zu machen und damit international zu expandieren. Er hat mit AGCO die Märkte Asiens und Afrikas erobert und betritt nun mit der Eröffnung eines Werkes in China auch den Markt der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt. Das geheimnis seines Erfolges sieht Richenhagen nicht nur in seinem Werte-verbundenem Management, sondern vor allem in der Motivation seiner MItarbeiter, in der Kunst des effektiven Delegierens und dem Einbeziehen der Menschen vor Ort (in Indien arbeiten fast ausschließlich Inder in seinen Unternehmen, in Brasilien Brasilianer, in Afrika Afrikaner usw.). Mit dieser Philosophie hat er sein Unternehmen so gestärkt, dass es auch in Zeiten der Wirtschaftskrise gut bestehen kann. Staatshilfen lehnt Richenhagen ab, denn er lehnt es ab, dass Steuerzahler für die Wiedergutmachung schlechten unternehmerischen Handelns zur Kasse gebeten werden.

tl_files/articles/programm/veranstaltungen/2009/Bilder-015-web.jpgRichenhagen sprach unverblümt und mit viel Humor, keine Frage von Ulrich Stockheim war ihm zu brenzlig. Das Publikum, darunter Vertreter der Wirtschaft, Studenten und ehemalige Lehrer-Kollegen von Martin Richenhagen, goutierte diese Offenheit und das sehr persönliche Gespräch. Die Gäste zeigten ihre Begeisterung über das kurzweilige aber auch tiefgreifende Gespräch immer wieder mit spontanen Gelächter und Beifall. Im Anschluss stellte sich Martin Richenhagen auch den Fragen des Publikums und bestach durch seine Offenheit. Er wich keiner Frage aus und antwortete den Gästen unverblümt und mit Geradlinigkeit. Dabei überzeugte nicht nur seine humorvolle Art, sondern vor allem die ihm eigene Mischung aus Werten, kaufmännischem Denken und Bodenbständigkeit.



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